Natur und Umwelt
Wir haben das große Glück, von einem wirklich schönen Stück Natur umgeben zu sein.
Viele seltene und geschützte Tiere sind unsere unmittelbaren Nachbarn: Eisvögel, Feuersalamander, Nutrias und sogar Biber haben in unserem Tal ein Zuhause gefunden.
Und auch unter der Wasseroberfläche geht es nicht weniger spannend weiter: Hier lebt die Bachforelle, die dieser Region den Namen gibt – die Forellenregion. Dazu kommen Rotfedern und Döbel sowie zahlreiche weitere Arten, die sich eher dem direkten Blick entziehen, etwa Bachflohkrebse, Libellenlarven und Köcherfliegenlarven. Diese sogenannten Zeigetiere sind von großer Bedeutung, weil man mit ihrer Hilfe die Gewässerqualität in Klassen einteilen kann. Bachflohkrebse reagieren zum Beispiel sehr empfindlich auf Verschmutzungen, und dass sie hier vorkommen – sogar in den Zuflüssen der Schlichem wie Heimbach, Waldenbach und Linkenbach – ist ein gutes Zeichen. Sie bilden zudem, direkt nach pflanzlichem und tierischem Plankton, den Anfang der Nahrungskette in unserem Tal.
Diese schöne Natur braucht aber auch Zuwendung und Unterstützung.
Deshalb veranstalten wir regelmäßige Bachputzaktionen, bei denen wir Unrat wie Plastikflaschen, Tüten und alles, was nicht ins Bachbett gehört, sorgfältig entfernen. Gleichzeitig kümmern wir uns um das, was rund um den Bach wächst und gedeiht: Auf unserem Grundstück direkt an der Schlichem stehen alte Obstbäume, die wertvollen Lebensraum für Vögel, Insekten und viele andere Tiere bieten.
Ergänzend dazu haben wir drei neue Obstbäume gepflanzt – alte einheimische Sorten, die nicht in erster Linie der Obsterzeugung dienen, sondern dem Erhalt der Artenvielfalt.
Dazu gehören der Apfelbaum „Riesenboiken“, eine robuste deutsche Lokalsorte mit großen, saftigen Früchten, der Apfelbaum „Ziegelwieser“, über den leider nur wenig dokumentiert ist, und die Zwetschge „Hanita“, eine widerstandsfähige, selbstfruchtbare Sorte mit schmackhaften Früchten, die ab August reifen.
Zu unseren neuen Mitbewohnern zählen inzwischen auch die Biber im Tal.
Viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger haben bereits bemerkt, dass der eine oder andere Baum oberhalb des Ortes etwas schräg steht – ein deutliches Zeichen ihrer Aktivität. Mittlerweile gibt es vier Biberdämme in der Schlichem, von denen manche bis zu 80 Zentimeter hoch sind. Diese Dämme sind streng gesetzlich geschützt: Wer sie beschädigt oder zerstört, muss mit hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen rechnen. Zwar unterbrechen die Dämme die Wandermöglichkeiten der Fische, doch unser Fischbestand ist trotzdem beachtlich – ganz ohne Besatzmaßnahmen, allein durch natürliche Vermehrung. Wir haben so viele Jungfische, dass wir sie gerne mit unseren zahlreichen Eisvögeln teilen, deren Bestand wir auf mindestens sechs Brutpaare schätzen.
Wenn wir zur Säge greifen und in die Ufervegetation eingreifen, geschieht das bewusst und mit viel Augenmaß. Solche Maßnahmen müssen gut überlegt sein, damit der Natur kein Schaden entsteht – die Vergangenheit hat gezeigt, dass unbedachte „Pflege“ mehr zerstören als verbessern kann.
Deshalb möchten wir diese Arbeiten künftig mit vielen helfenden Händen und einem klaren, naturschutzorientierten Konzept umsetzen. Unser Ziel ist es, bei Aufgaben wie dem Ausbaggern des Waldenbachs zur Hochwasserprävention neue, naturverträgliche Wege zu gehen. Naturschutz und Hochwasserschutz müssen sich nicht widersprechen. Ebenso wollen wir der zunehmenden Wasserknappheit etwas entgegensetzen, indem wir in den Einzugsgebieten der Schlichem dafür sorgen, dass Regenwasser bei Starkregen nicht einfach schnell abfließt, sondern gebremst wird und versickern kann. So steht es in trockenen Zeiten länger für Bäume, Tiere und Bäche zur Verfügung – und unser Tal bleibt lebendig, grün und wasserreich.